Eine verbrauchsbasierte Heizkurve zeigt, wie viel Wärme zwischen mehreren Ablesungen benötigt wurde. Weil die Messzeiträume unterschiedlich lang sein können, wird jeder Abschnitt auf kWh pro Tag normiert. So lässt sich der jüngste Zeitraum mit dem vorherigen vergleichen, ohne dass allein die Zahl der Tage das Ergebnis verzerrt.
Welche Daten braucht die Heizkurve?
Grundlage sind mindestens zwei chronologisch gespeicherte Ablesungen desselben Wärmemengenzählers. Zu jeder Ablesung gehören Datum, Energieeinheit und Zählerstand. Erst die Differenz zweier aufeinander folgender Werte bildet einen Verbrauchszeitraum. Zeiträume ohne positive Tagesdifferenz sind für die Auswertung ungeeignet.
- Mindestens zwei Wärmemengen-Ablesungen erfassen.
- Dieselbe Zählernummer und Einheit verwenden.
- Datum und Stand jeder Ablesung kontrollieren.
- Zählerwechsel als getrennte Messreihe behandeln.
Wie Anzeige und Einheit sicher erkannt werden, erklärt der Ratgeber zum Ablesen eines Wärmemengenzählers.
Warum wird auf kWh pro Tag normiert?
Ein Zeitraum mit 600 kWh in 20 Tagen ist nicht direkt mit 700 kWh in 30 Tagen vergleichbar. Der Tageswert teilt den Verbrauch durch die Anzahl der Tage und schafft damit eine gemeinsame Bezugsgröße.
Aktueller Stand − vorheriger Stand
Verbrauch in kWh ÷ Tage im Zeitraum
(Neuer Tageswert ÷ vorheriger Tageswert − 1) × 100
Die Balken der Auswertung zeigen die Tageswerte der einzelnen Zeiträume. Eine Durchschnittslinie hilft dabei, ungewöhnlich hohe oder niedrige Abschnitte schneller zu erkennen.
Wie wird der Trend eingeordnet?
Für den Trend werden der jüngste und der direkt vorherige Zeitraum verglichen. Unterscheiden sich ihre Tageswerte um weniger als fünf Prozent, gilt der Verbrauch als weitgehend stabil. Darüber zeigt die Auswertung einen höheren oder niedrigeren Verbrauch an.
Wie helfen Wetterdaten bei der Einordnung?
Wetterdaten sind optional. Ist ein Standort freigegeben, kann die aktuelle Außentemperatur als zusätzlicher Hinweis erscheinen. Aus der Differenz zu 20 °C ergibt sich ein einfacher Heizgrad-Wert. Der Tagesverbrauch geteilt durch diesen Wert liefert eine grobe Kennzahl in kWh je Kelvin. Eine Sieben-Tage-Prognose kann außerdem anzeigen, ob voraussichtlich eher moderater oder erhöhter Heizbedarf bevorsteht.
Ohne Standortfreigabe und ohne Wetterdaten bleibt die Verbrauchsauswertung vollständig nutzbar. Die gespeicherten Wärmemengen-Zeiträume sind die eigentliche Datenbasis.
Was kann diese Heizkurve nicht zeigen?
Die verbrauchsbasierte Ansicht ist nicht die technische Heizkennlinie, mit der eine Anlage Vorlauftemperatur und Außentemperatur verknüpft. Die aktuelle Außentemperatur bildet außerdem nicht automatisch das Wetter des gesamten zurückliegenden Messzeitraums ab. Wetterbezogene Werte sind deshalb eine Orientierung und keine Energieberatung oder Diagnose der Heizungsanlage.
Steigt der Tagesverbrauch bei vergleichbaren Bedingungen wiederholt, können Heizkurve der Anlage, Zeitprogramm, Warmwasserbereitung und Lüftungsverhalten geprüft werden. Technische Änderungen sollten von einer geeigneten Fachperson beurteilt werden. Die reine Berechnung des Wärmeverbrauchs erklärt der Ratgeber Heizverbrauch berechnen.
Heizkurve mit ZählerNest auswerten
ZählerNest wird als native App für iPhone und iPad entwickelt. Die Heizkurven-Ansicht verwendet gespeicherte Wärmemengen-Ablesungen, berechnet kWh pro Tag, vergleicht den jüngsten mit dem vorherigen Zeitraum und visualisiert die Werte samt Durchschnitt. Wetterdaten können freiwillig ergänzt werden. ZählerNest ist aktuell noch nicht öffentlich downloadbar.
Wärmeverbrauch vergleichen und Trends besser einordnen.
Frag die Release-Informationen an und erfahre, sobald ZählerNest öffentlich verfügbar ist.